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GlettlerWie in den vergangenen Jahren gab Bischof MMag. Hermann Glettler auch heuer wieder den Medienvertretern die Möglichkeit, im Hinblick auf das Osterfest aktuelle Fragen zu stellen.

Interessant erscheint die Frage, wie der Oberhirte heuer das Osterfest begeht: „Am Palmsonntag und Ostersonntag werde ich in der Kapelle des Bischofshauses die Gottesdienste feiern, die auf Radio Ö2 mitgefeiert werden können. An den anderen Tagen werde ich ebenso wie alle anderen Priester auch nur mit vier Personen, stellvertretend für die ganze Bevölkerung, die Liturgie begehen. Wir erleben ein Osterfest, das es in dieser Weise noch nie gegeben hat.“

Für die Gläubigen wird ein Behelf für eine sinnvolle Gestaltung des Osterfestes an die Haushalte versandt. Damit können alle daheim eine schöne Feier gestalten. „Die Kar- und Ostertage sind die Chance, dem eigenen Glauben wieder einen Impuls zu geben. Wichtig ist in jedem Fall die Versöhnung – mit sich selbst, mit dem Nächsten und mit Gott. Wir werden am 3. April einen medialen Schwerpunkt setzen und auf allen kirchlichen Kanälen abends einen Versöhnungsgottesdienst anbieten“, so Glettler wörtlich. Der Bischof hebt dabei auch die guten Kontakte zum Oberhirten von Bozen-Brixen hervor und sagte: „Mit Bischof Ivo Muser bin ich gut im Kontakt. Wir haben uns gegenseitig die Unterstützung im Gebet zugesagt und dazu eine gemeinsame Gebetsaktion ins Leben gerufen: Um 12 Uhr mittags wird täglich der Angelus gebetet, gefolgt von einer Betrachtung des Tagesevangeliums. Dieses Mittagsgebet wird live auf Facebook aus dem Bischofshaus Innsbruck übertragen.“

Dann kam Bischof Glettler auf die vielen Initiativen in den Pfarren zu sprechen, die dazu dienen, um Menschen einander trotz der Quarantäne innerlich näher zu bringen. Unsere Kirche ist da vielfältig aktiv und kreativ, auch die katholische Jugend hat vieles aufbereitet. Nachbarschaftshilfe wird in den Pfarren organisiert, per Telefon und Videokonferenz werden Gebetsstunden abgehalten u.v.m. Die Kinder hat der Oberhirte mit einem Brief eingeladen, kleine Kunstwerke zu schaffen und auch ihr Lieblingsgebet selbst zu verfassen. Alle Einsendungen bitte auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Sodann befasste sich Glettler mit den Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben. Die Corona-Krise trifft natürlich wieder zuerst die besonders Vulnerablen. Zum Glück versucht die Caritas alle Einrichtungen für Hilfsbedürftige auch weiterhin offen zu halten. Die Essensausgabe in der Katharinenstube geschieht mit Lunchpaketen, Familien- und Sozialberatung per Telefon. Die Caritas Familienhelferinnen gehen auch noch zu Familien, wenn akute Notfälle vorliegen. Großer Stress kommt auf Alleinerziehende zu, die möglicherweise einer beruflichen Verpflichtung nachgehen müssen und zugleich ihre Kinder versorgen, bzw. beaufsichtigen sollten. Ja, die neu gewonnene Zeit und die Entschleunigung ist ein großes Geschenk, aber auch eine Herausforderung, meinte sodann der Bischof. Jeder von uns muss lernen, sich selbst auszuhalten, ebenso seine unmittelbar Nächsten, Ehepartner/in und Kinder. Das ist nicht leicht. Wichtig ist deshalb die sofortige Mühe um Versöhnung. Vielleicht lange verdrängte Vorwürfe, Enttäuschungen und andere Altlasten müssen an- und ausgesprochen werden. Es fällt niemanden leicht, um Entschuldigung zu bitten oder auch zu vergeben, wenn wirklich etwas Verletzendes passiert ist. Aber: Ein gutes Zusammenleben gibt es nur durch Versöhnung! Auch das Aushalten der Stille ist eine Herausforderung. Das braucht eine Übung, weil wir eher im Aktivismus und im Konsum permanenter Unterhaltung geübt sind. Die Stille ist die Chance, dass Gott wieder zu uns sprechen kann. Er schreit ja meist nicht, sondern flüstert uns ins Herz. Die Diözese Innsbruck hat in Zusammenarbeit mit dem Land Tirol die Corona-Sorgen-Hotline eingerichtet.

Zu den derzeitigen seelsorglichen Möglichkeiten zählte der Bischof „Telefonieren, telefonieren, telefonieren – ebenso alle „sozialen Medien“ zur Kommunikation nützen. Zuhören ist das erste und größte Geschenk, das wir einander machen können. Und für die Seele gibt es medial aufbereitete Nahrung: Auf der diözesanen Homepage www.dibk.at finden sich Impulse, Gebete und Gedanken für das geistliche Leben jedes einzelnen und für die Familie. Die Kirchen stehen ebenso für das individuelle Gebet offen. Gebetsanliegen können telefonisch auch den zuständigen Seelsorgern übermittelt werden, die sie gerne in die Feier der Eucharistie, die ja leider ohne direkte Anteilnahme einer Gemeinde stattfinden muss, mit hinein nehmen. Zusammengefasst: Jetzt ist die Zeit der Haus-Kirche!“

Abschließend wünschte Bischof Hermann Glettler allen Tirolern ein gesegnetes Osterfest: “Bei aller äußerlichen Einschränkung werden wir uns von einer inneren Freude „anstecken“ lassen, die sich im österlichen Jubelruf ausdrückt: „Der Herr ist auferstanden! Halleluja!“

Dr. Heinz Wieser