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TTI Termine

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GlettlerDer seit zwei Jahren sich im bischöflichen Amte befindliche Tiroler Oberhirte, Bischof MMag. Hermann Glettler, wird das Weihnachtsfest so einfach wie nur möglich begehen. Nach dem Besuch von Einrichtungen, in denen sich Menschen befinden, denen es nicht so gut geht, wird er die Christmette in einer Pfarre auf dem Land zelebrieren. Am Christtag folgt dann das Pontifikalamt im Dom zu St. Jakob in Innsbruck, bei dem Joseph Haydns Mariazeller Messe aufgeführt wird.

Im Hinblick auf die in den letzten Jahren immer stärker werdende Kritik des Weihnachtsrummels meinte der Bischof, „Sinn von Weihnachten ist es, das Geburtsfest des Herrn, das Lebensrelevanz hat, aufleuchten zu lassen. Im Gegensatz zu dem, was in diesen Wochen wichtig erscheint, soll eine andere Fülle dieser schönen Zeit im Kirchenjahr im Vordergrund stehen: Zuversicht, Versöhnung und Friede. Dazu kommt, dass der Mensch auch eine Seele hat, die Nahrung braucht“.

Sodann kam Bischof Glettler auf die Amazona Synode zu sprechen, deren Hauptthema die die Stärkung der Aufmerksamkeit für die Schöpfung war. Dabei hat die Kirche ihren Anteil zu leisten und auf die globalen Zusammenhänge sowie auf den Respekt vor der Natur und den in Südamerika lebenden Menschen aufmerksam zu machen. Das war ein prophetisches Signal weit über die Kirche hinaus. Die Synode befasste sich auch mit pastoralen Themen wie über notwendige Veränderungen wie über Reformen in der Seelsorge in dieser ökologisch sensiblen Region Südamerikas. Unter den beschlossenen Anregungen befindet sich auch die Weihe von bewährten Ehemännern zu Priestern wie die offizielle Beauftragung von Frauen zur Leitung von Gemeinden.

Bezüglich der gegenwärtigen Reformdiskussionen vor allem auf Grund des dramatischen Priestermangels meinte der Bischof, dass es wichtig ist, durch eine weitere Stärkung der Pastoral und der Seelsorge noch näher bei den Menschen zu sein und damit der gesellschaftlichen Situation Rechnung zu tragen. Dazu ist es notwendig, das Ursprüngliche unseres Glaubens weiterhin zu stärken.
„Die Pfarre ist ein sehr wichtiger Ort der Zugehörigkeit und der Gemeinschaft für viele, vor allem für junge Menschen und eben leider für andere nicht mehr“, sagte der Bischof, der auf das gute Netzwerk in unseren Pfarren, in denen insgesamt 25.000 Ehrenamtliche wirken, hinwies. Dabei ist es wichtig, jungen Leuten Platz zu lassen und ihnen die Möglichkeit der Mitgestaltung zu geben.

Im Sinne des heuer von der Diözese beschlossenen Perspektivenpapiers mit dem Titel „Kirche ist Weggemeinschaft“, in dem Kinder und Jugendliche als lebendige Kirche bezeichnet werden, wird die Bedeutung einer Neugestaltung der Basis erwähnt. Dabei ist es für den Bischof wichtig, vieles zu erhalten oder wieder zu beleben, was in den letzten Jahrzehnten an kirchlichen Traditionen „weggerutscht“ ist.
Den Bischof freut sehr, wie sich bei uns die Menschen für einander engagieren. Die Note der Mitmenschlichkeit, sich für andere einzusetzen, ist bewundernswert. Glettler meinte damit auch die vielen Vereine wie etwa Schützen, Mitglieder von Musikkapellen oder Feuerwehrleute. „Mich freut aber auch, dass immer wieder Menschen Krisen schaffen und dann wieder zu einem Neubeginn durchstarten.
Wörtlich sagte der Bischof: “Ich bin gerne in Osttirol, halte dort Einkehrtage für Priester und Laien und bewundere deren ehrenamtliche Mitarbeit in den Pfarren. Ich habe auch gute Beziehungen zu Südtirol und nahm am 12. Dezember, dem Fest des seligen Brixner Bischofs Hartmann, beim Pontifikalamt im Augustiner-Chorherrenstiftes Neustift bei Brixen teil.

Weiters freut sich der Oberhirte über die praktizierte Tiroler Volksfrömmigkeit, die jetzt in der Weihnachtszeit zu einer Krippenfrömmigkeit wird. Mit dem Zitat des eben erschienenen Apostolischen Schreibens „Admirabile signum“ über die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe, das Papst Franziskus am 1. Adventssonntag in Greccio unterzeichnete, wünscht Bischof Dr. Hermann Glettler der Bevölkerung in Nord, Süd- und Osttirol eine gnadenvolle Weihnacht.

Dr. Heinz Wieser