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Scheuer 2Der am 18. November 2015 vom Heiligen Vater, Papst Franziskus, zum Oberhirten der Diözese Linz ernannte bisherige Innsbrucker Diözesanbischof, Dr. Manfred Scheuer,  verabschiedete sich mit einem feierlichen Pontifikalamt am Sonntag, 10.Jänner, von Klerus und Volk im überfüllten Dom zu St. Jakob in Innsbruck. Viele Gläubige hatten sich mit Landeshauptmann Günther Platter, dem Präsidenten des Tiroler Landtages, DDr. Herwig van Staa, und der Innsbrucker Bürgermeisterin, Mag. Oppitz Plörer, sowie den Spitzen der Behörden zum  feierlichen Gottesdienst eingefunden.
Als besondere Auszeichnung wurde die Anwesenheit von Erzbischof Dr. Peter Zurbriggen, dem Apostolischen Nuntius in Wien, empfunden. Mit Salzburgs Alterzbischof  Dr. Alois Kothgasser, den Bischöfen Dr. Ivo Muser von Bozen-Brixen und Dr. Benno Elbs von Feldkirch, Generalvikar Monsignore Mag. Jakob Bürgler, Bischofsvikar Prälat Dr. Hermann Steidl und Propst Prälat Dr. Florian Huber sowie den Äbten Prälat Raimund Schreier von Wilten, Prälat German Erd von Stams, Altabt Prälat Anselm Zeller von Georgenberg-Fiecht mit dessen Administrator Prior Raphael Gebauer, den Provinzialen P. Dr. Bernhard Bürgler S.J. und Fr. Siebert Lech OFMCap. brachte die Mitfeier von über 100 Priestern und Diakonen die Beliebtheit des scheidenden Oberhirten zum Ausdruck. 
In seiner Predigt sagte Scheuer, dass das Engagement für Randgruppen in der Gesellschaft für Ihn zu den zentralen Aufgaben als Oberhirte gehören. Begegnungen mit Kindern, mit behinderten Menschen aber auch Feste wie das 50-jährige Jubiläum der Diözese Innsbruck  bezeichnet er als Höhepunkte seiner Amtszeit. Der gesellschaftliche Wandel brachte große Herausforderungen. Zunehmender Priestermangel macht das Zusammenfassen von Pfarreien in sogenannten Seelsorgeräumen notwendig, aber auch ein wachsendes Engagement von Laien in der Kirche. Eine Freude und auch ein großes Anliegen war und ist mir eine positive Beziehung zur israelitischen Kultusgemeinde. Gewachsen ist die Verbindung zu anderen Religionsgemeinschaften Es gab, so Scheuer, diverse schwierige  Personalentscheidungen aber auch die bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in der Kirche. "Besonders kostbar wurden mir Feiern des Glaubens insbesondere im Hospiz, im Gefängnis oder mit Menschen mit Behinderung".  Ebenso kann Bischof Scheuer auf viele erfüllende Begegnungen mit Kindern zurückblicken. Sodann Bischof Scheuer wörtlich: "Ich bitte alle um Entschuldigung, denen ich Unrecht getan habe, oder die sich von mir zu wenig beachtet und gewürdigt sehen. Und ich bitte um Heilung der Wunden, die ichzugefügt habe." Bewegt sagte abschließend Bischof Scheuer: "Abschied und Neubeginn stehen für mich für Verzeihung, Hoffnung und Zuversicht. Ich bin zuversichtig, dass der Geist Gottes lebendig macht. Ich sage Euch ein großes Vergelt'ts  Gott und werde Euch vermissen!" 
Salzburgs Alterzbischof Dr. Alois Kothgasser v. Stephanus, Südtirols Bischof Dr. Ivo Muser von Bozen-Brixen, Bischof Dr. Manfred Scheuer v.Petrus CanisiusVor dem Pontifikalsegen hob auch der Apostolische Nuntius das Wirken Scheuers hervor.. Landeshauptmann Günther Platter würdigte sodann im Dom das oberhirtliche Wirken von Bischof Scheuer und sagte: "Die Diözese Linz kann sich freuen, Innsbruck ist ein bisschen traurig. Wir in Tirol sind sehr dankbar, dass wir dich, 12 Jahre in unserer Diözese haben durften." LH Platter betonte, dass sich Bischof Scheuer sehr schnell in unserem Land gut eingelebt und rasch nicht nur die Akzeptanz, sondern auch echte Zuneigung der Bevölkerung gefunden hat. Er hat im Inneren mit viel Sensibilität schwierige Fragen gelöst. Er hat sich aber auch nie davor gescheut, zu brennenden Problemen außerhalb der Kirche Stellung zu nehmen. Er hat das nie oberflächlich getan, nie laut und vorschnell, sondern immer sehr ausgewogen und überlegt. Wenn es um soziale Fragen ging, wenn es um den Umgang der Religionsgemeinschaften miteinander ging, wenn es – wie aktuell gerade – um den Umgang mit Flüchtlingen und Migranten geht, fand Bischof Manfred immer richtige Worte. "Uns eint das Bestreben, den Menschen Hoffnung und Mut zu vermitteln, um die Herausforderungen des Lebens zu meistern, Deshalb Ich bedaure es sehr, dass du uns verlässt, denn wir verlieren mit dir einen Bischof, der Tirol liebt und schätzt und den auch die Tiroler schätzen, nicht nur die Katholiken, sondern weit über die Grenzen der kath. Kirche hinaus auch bei den anderen Glaubens- und Religionsgemeinschaften" sagte LH Platter abschließend. Über besonderen Wunsch des scheidenden Bischofs gab es zu diesem Dankgottesdienst  Bob Chilcotts Jazz Mass, aufgeführt von der Cantilena Axams, vom Mädchenchor am Innsbrucker Dom, der Jugendchor Allerheiligen, und dem Chor des Bischöflichen Gymnasiums Paulinum Schwaz sowie dem Domchor,  Domorchester mit Dombläser unter der Gesamtleitung von Domkapellmeister Christoph Klemm mit Prof. Reinhard Jaud an der Orgel.  Im Anschluss an den Festgottesdienst folgte am Domplatz der landesübliche Empfang, bei dem  Bischof Scheuer die Ehrenformationen der angetretenen  Schützenkompanie Amras und der Stadtmusikkapelle Amras unter Leitung von Hans Zimmermann abschritt. Beim anschließenden Empfang des Landes Tirol im Congress Innsbruck würdigten noch einmal Landeshauptmann-Stv. Josef Geisler und Innsbrucks Bürgermeisterin, Mag. Christine Oppitz Plörer, Scheuers Wirken. Die Bürgermeisterin kam auf Scheuers Wahlspruch „Der Geist macht lebendig“ zu sprechen und meinte, dass dieser im bischöflichen Wirken in und um die Tiroler Landeshauptstadt lebendig geworden ist. "Mit Ihrer ruhigen, besonnen Art und Ihrem Weitblick überzeugten Sie nicht nur die Innsbruckerinnen und Innsbrucker, sondern auch die übrige Tiroler Bevölkerung. Ich wünsche Ihnen, lieber Herr Bischof, dass Sie auch fernab von Innsbruck die Geister Ihrer „Schäfchen“ lebendig machen und gleichermaßen Ihre nachhaltigen Spuren hinterlassen", sagte Oppitz-Plörer wörtlich. Schließlich gab es noch ein Grußwort von Generalvikar Monsignore Mag. Jakob Bürgler, der daran erinnerte, dass Bischof Scheuer zu seiner Bischofsweihe vor zwölf Jahren einen Brief von einem Kind bekam, das sinngemäß geschrieben hat: „Deine Augen strahlen wie die Augen des Bischof Nikolaus.“ Deshalb bezeichnete der Generalvikar Scheuers Augen als gütig, ruhig und besonnen, bescheiden, klug, müde bei unversöhnlichen Standpunkten, aber auch fröhlich, freudig und stark. Sodann wünschte Generalvikar Bürgler dem scheidenden Bischof für seine neuen Wege von Herzen Erfüllung und Segen. "Du bezeichnest dich selbst immer wieder als Wanderprediger und Vagabund. In den vergangenen zwölf Jahren wurde Innsbruck deine Heimat. Das durften wir spüren. Ich erbitte für dich, dass dein Dienst in der Diözese Linz fruchtbar werden kann und dass du neue Wurzeln schlagen kannst, damit dir Linz alte und neue Heimat zugleich sein wird". sagte Msgr. Bürgler wörtlich. Die stimmungsvolle musikalische Umrahmung dieser fast familiären Feier besorgte der Kinderchor der Pfarre Hall-Schönegg und die Hausmusik „Die Vielsaitigen“. 
Bis zur Ernennung eines neuen Bischofs wird ein noch vom Konsultorenkollegium der Diözese Innsbruck zu wählender Administrator die Diözese Innsbruck leiten. Scheuer selbst wird am 17.Jänner um 15.00 Uhr im Linzer Mariendom  in das Amt des neuen Oberhirten der Diözese Linz vom Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Dr. Peter Zurbriggen, eingeführt werden. Manfred Scheuer wird die Nachfolge  des bisherigen Linzer Bischofs Dr. Ludwig Schwarz  antreten.
Dr. Heinz Wieser