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Bischof Hermann Glettlers Wirken in seinem bereits einjährigen bischöflichen Amt

GlettlerDie Diözese Innsbruck fährt mit dem vor einem Jahr zum neuen Oberhirten ernannten und geweihten Bischof Hermann Glettler, der am 8. Jänner 1965 in Übelbach in der Steiermark zur Welt kam, auf einem neuen Kurs. Der 5. Bischof der 1964 gegründeten Diözese Innsbruck kommt wie Dr. Alois Kothgasser aus der Steiermark. Er ist der dritte Ostösterreicher nach dem letzten Tiroler im bischöflichem Amte, Dr. Reinhold Stecher.

Schon Glettlers Kurzvorstellung am 27. September vorigen Jahres, dem Tag seiner Bischofsernennung durch den Heiligen Vater, im Innsbrucker Dom mit seinem überraschend gelungenen Auftritt ließ schon das Eintreten einer neuen bischöflichen Atmosphäre vermuten. Nach diesem noch nie da gewesenen fulminanten pastoralen Start folgten viele spontane Aktionen, die ahnen ließen, dass ein außergewöhnlicher Mann zum Oberhirten ernannt wurde, der die vielen Sorgen der Welt, aber auch unseres Landes anspricht und ein beeindruckendes Bild von der Armut in allen Kontinenten zeichnet.

Dann kam der 2. Dezember mit einer glanzvollen Bischofsweihe unter großer Beteiligung der Gläubigen in der Innsbrucker Olympia World, in der abermals die Offenheit und Herzlichkeit und verbunden mit einem spontanem Zugehen auf die Menschen in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck kam. Glettlers Predigten bei den Pontifikalämtern im Dom zu St. Jakob an den hohen Feiertagen fanden jeweils ein ungewöhnlich großes Interesse der Anwesenden, die den neuen Weg einer modernen Spiritualität erkannten und schätzen. Damit nicht genug: Glettlers Visiten in den Dekanaten der Diözese brachten seine Verbundenheit auch mit der am Lande wohnenden Bevölkerung in lebendiger und lebensnaher Form zum Ausdruck, da man gleich merkte, dass nicht ein hoher Kirchenfürst der vergangenen Tage sich präsentierte, sondern, dass man es mit einem volksnahen Oberhirten zu tun hat, zu dem jedermann mit seinen Problemen kommen kann. So begann er gleich nach seiner Weihe die Tour durch die 16 Dekanate des fast „10.000 km 2 großen Arbeitsplatzes“. Getreu seinem Wahlspruch “Geht, heilt und verkündet“ suchte er den Kontakt zu den 244 Pfarreien, 350 Priestern, vor allem aber der Bevölkerung. Dem Oberhirten ist es ein besonderes Anliegen zu wissen, welche Gesichter der Armut es in der Diözese gibt, wie sich die pastorale Arbeit entwickelt und mit welchen spezifischen Schwierigkeiten man konfrontiert ist. In diesem Zusammenhang betont er immer: „Wir müssen die Armut bekämpfen, nicht die Armen vertreiben!“

In diesem ersten Jahr seines bischöflichen Wirkens hat Hermann Glettler in Tirol schon viel gelernt, wie er zu sagen pflegt: “Ich bin jetzt bei Lektion fünf von 100 und habe schon eine beachtliche Tirol-Bibliothek zu Hause.“
Der selbst künstlerisch tätige Bischof ist in der Österreichischen Bischofskonferenz für den Bereich „Kunst und Kultur“ zuständig und für die kirchliche Denkmalschutzkommission verantwortlich.

In Bezug auf andere Glaubensgemeinschaften und Religionen tritt der Bischof, der auch für die Bischöfliche Kommission für die Weltmission in der Österreichischen Bischofskonferenz zuständig ist, für eine gesunde, offene Umgangsweise miteinander ein. Konflikte müssen normal und besonnen ausgetragen werden. „Ich verspüre bei den Tirolern viel Herz. Dort, wo die Bevölkerung in Berührung mit Flüchtlingen gekommen ist, gibt es schon viele schöne Beispiele“. Immer wieder bedauert Glettler den Priestermangel. „Vielleicht braucht es neue Formen von spirituellen Gemeinschaften. Wir müssen flexibel auf die gesellschaftliche Entwicklung reagieren. Die Kirche ist zu sehr in ihren alten Kastln“, sagt der Oberhirte. Zu den seinen besonderen Anliegen zählen die Menschen, die oft vergessen und ausgegrenzt werden: Einsame, psychisch Kranke, Alleinerzieherinnen, Arbeitslose. Er denkt aber auch an jene, deren Ehe geschieden ist. Wir werden ihnen mit dem Projekt „Neubeginnen“ eine Begleitung anbieten. So gibt es ab März 2019 jeweils vier Treffen an vier Abenden. „Menschen, die ein schmerzliches Zerbrechen von Beziehungen erlebt haben, gehören in die Mitte unserer Kirche, nicht an den Rand!“ Damit beweist der stilvolle Oberhirte seinen pastoralen Weitblick, mit dem er sich den wirklichen Herausforderungen und den Fragen der Menschen stellt.

Dr. Heinz Wieser