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Bischof Scheuer: Unsere Jahre sind eine gestundete Zeit!

Bischof ScheuerAbgesehen von dem am 10.Jänner um 15.00 Uhr anberaumten Dankgottesdienst vor seiner Versetzung als Oberhirte nach Linz, war die Jahresschlussandacht im Dom zu St. Jakob der letzte offizielle liturgische Auftritt von Dr. Manfred Scheuer als Bischof von Innsbruck.

Bei der Pontifikalvesper, die der Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Christoph Klemm mit Motetten und Liedsätzen von F.Mendelssohn-Bartholdy und dem "Tantum ergo" von Anton Bruckner begleitete, assisitierten Generalvikar Monsignore Mag. Jakob Bürgler und Propst Prälat Dr. Florian Huber.

In seiner Silvesterpredigt erinnerte Bischof Scheuer an die Familiensynode im Oktober 2015, die Weichenstellungen setzte, die nicht mehr zurück zu nehmen sind. Die Familie macht eine tiefe kulturelle Krise durch wie alle Gemeinschaften und sozialen Bindungen. Die Enzyklika des Papstes „Laudato si“ war ein starkes Ausrufezeichen vor dem Klimagipfel in Paris. Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind drei absolut miteinander verbundene Themen, die nicht getrennt und einzeln behandelt werden können. Zur Flüchtlingsproblematik sagte der Bischof: "In unserer Zeit tritt eine große Zahl von Menschen die gewagte Reise der Hoffnung an mit einem Gepäck voller Sehnsüchte und Ängste, auf der Suche nach menschlicheren Lebensbedingungen. Nicht selten lösen jedoch diese Wanderungsbewegungen auf Seiten der Zielländer Ängste, Misstrauen und Feindseligkeiten aus, noch bevor man dort die Geschichten des Lebens, der Verfolgung oder des Elends der betroffenen Menschen kennt."

"Alle unsere Jahre sind eine gestundete Zeit. Sie sind uns von Gott geliehen oder, wie Nichtglaubende zu sagen pflegen, vom Schicksal eingeräumt. Nie vorher hat es in der Geschichte Österreichs im Ganzen so viel Stabilität gegeben, wie wir sie in den vergangenen 70 Jahren erlebt haben. Das ist keine Versicherung für die Zukunft, aber eine Herausforderung zur Hoffnung: nicht zu einer irrationalen Hoffnung als bequemes Glücksspiel, sondern zu einer aktiven, einer tätigen Hoffnung", sagte Bischof Scheuer wörtlich. Heilung und Vergebung sind die beiden Brennpunkte des Jahres der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus am 8. Dezember 2015 eröffnet hat. Ein Schmunzeln ging durch den vollbesetzten Dom als Bischof Scheuer erzählte:"Auf die Frage eines Volksschülers in Hall: „Was tust du den ganzen Tag?“ habe ich erzählt, was ich von 6 Uhr früh bis 11 Uhr am Abend mache und habe mir gedacht, jetzt wird er beeindruckt sein. Daraufhin hat er gefragt: „Arbeitest du auch etwas?“ Da habe ich ihm erklärt, was meine Arbeit ist. Darauf war seine Frage: „Und zu was ist das Ganze gut?“ Ist ein Mensch glücklicher geworden durch mich, getröstet und gestärkt?

Ein Achtjähriger fragte bei der Visitation in der Volksschule Hochfügen im Juni 2015: Hast du schon gelebt, als Jesus von den Toten auferstanden ist? Diese Frage ist lebensentscheidend und trifft den Nerv des Glaubens.

Bischof Dr. Manfred Scheuer schloss die Silvesterpredigt mit den Worten:"Ich erbitte für uns, dass wir aus der Lebenskraft des auferstandenen Herrn leben können und so Zeugen der Lebens- und Menschenfreundlichkeit Gottes sind. Der Jahreswechsel 2015/2016 steht unter dem Vorzeichen von Hoffnung und Zuversicht. Ich hoffe, dass Gott alles zum Guten wendet und ich bin zuversichtlich, dass der Geist Gottes uns lebendig macht."

Dr. Heinz Wieser